Die Panne ist ja schon berichtet – jetzt kann ich also zum angenehmen Teil des Samstags kommen. Doch, halt! Das impliziert ja, dass das mit dem Autoschlüssel unangenehm war. Dieser Eindruck ist aber nicht ganz richtig, denn obwohl ich mir Sorgen gemacht habe, wie wir das alles hinkriegen, welche Mittel wir aufwenden müssen, um das Auto wieder flott zu kriegen und wie viele Male ich wohl zwischen Hamburg und Berlin hin und her fahren (wenn nicht gar laufen!) müsste, bis der Schlüssel wieder befreit wäre, hatte ich trotzdem das Gefühl: Das wird ja ne super Geschichte! Eine jener Geschichten, die man sich lachend erzählt und dabei immer wieder sagt: Weißt du noch…? Und gerade im Nachhinein (ok, so rum ist es einfach
) denke ich: Das ist mein Leben, so soll es sein!
Jetzt aber wirklich zum Lauf, sonst komme ich ja nie zum Bericht! Getroffen haben wir uns mit ca. 16 Läufern, was mich schon mal überrascht hat, denn aus Erfahrungsberichten wusste ich, dass in den Teichwiesen normalerweise 3-6 Läufer am Start sind. Manchmal muss das Rennen sogar ausfallen, weil sich nur 2 Läufer anfinden.
So waren wir also ein recht große Truppe, aber obwohl mir alle ihren Namen genannt haben – ich habe mich schließlich auch brav vorgestellt -, blieben mir nur Claudia (aus Kaltenkirchen), Christine und Marco (die Geburtstagskinder), Uli (ein lustiger Arminia-Fan, der mich sehr an Daniel Wicke erinnert hat) und natürlich Christian Hottas in Erinnerung. Aber ich bin mir sicher, dass ich die anderen bei diversen Laufveranstaltungen noch mal wiedersehen werde und dort mein Namensgedächtnis auffrischen kann.
Zum Start spazierten wir dann erst mal ganz gemütlich, denn da die eigentliche Runde ca. 2,5 km lang ist, müssen noch ein paar Zusatzmeter zurückgelegt werden, bevor die eigentliche Runde beginnt. Dann noch das obligatorische Vorher-Foto (echt nicht leicht, alle Läufer auf ein Bild zu bekommen) und dann fiel auch schon durch Christian der offizielle Startschuss. Das war aber auch das einzige „offizielle“ bei diesem Lauf, denn sowohl das Runden-Zählen als auch das Stoppen der Zeit wurde durch die Läufer jeweils selbst durchgeführt. Ein System des Vertrauens, dass sich anscheinend gut bewährt hat, denn die Leute, die da mitlaufen, haben nicht das Ziel abzukürzen oder sich besser darzustellen als sie eigentlich sind – sie wollen nur mit Freunden einen Marathon laufen.
Das Gelände ist relativ übersichtlich und die Runde weitestgehend flach, bloß am äußersten Ende (vom Ziel ausgesehen), wird es ein bisschen wellig. Nach 16 Runden kam mir das „bisschen“ wie Berge vor, sodass ich für mich die Gegend die „Teichwiesen-Schweiz“ nannte, aber man kann wirklich kaum von Anstiegen reden. Immer wieder erhascht man auf der Runde einen Blick auf den Teich, auf bunte Wälder, grüne, satte Wiesen und auch andere Läufer, Walker und Spaziergänger, die einem entgegen kommen. Auch das macht den Lauf so familiär – ich habe mich fast so gefühlt, als würde ich jede Woche meine Runden an den Teichwiesen drehen und die Leute schon ewig gegrüßt haben.
So plätscherte also der Lauf dahin, die Gedanken schweiften dazu, dass ein Marathon eigentlich nichts anderes ist, als ein langer Trainingslauf, alle 3 Runden deckte ich mich mit Brot und Käse ein (Zielverpflegung, sehr lecker!!!) und so kam es, dass die 4 Stunden relativ schnell um waren. Auf Grund der „Auto-Stopp“-Funktion vom Garmin kann ich leider nicht genau sagen, wie viel Zeit ich gebraucht habe (er hielt immer an, wenn ich anhielt, z.B. zum Essen und Trinken holen), aber ich habe mir einfach am Ende pauschal 5 Minuten für Pausen draufgerechnet – das müsste ungefähr hinkommen.
Nach dem Lauf haben wir noch kurz mit den anderen geschwatzt, natürlich versprochen wiederzukommen und uns dann auf den Weg nach Kleinmachnow gemacht, wo wir bei meinem Papa verabredet waren.



