Darf ich heute mal pöbeln? Auch gegen jemanden, den ich gar nicht so richtig kenne? “Ja, Stefan!” sage ich mir da doch glatt und erlaube es mir einfach. Ziel meiner unsachlichen, subjektiven und vorurteilsbehafteten Auseinandersetzung ist Peter Greif. Entschuldigung! Der scheint ganz sympathisch zu sein, mit seinen Fässchen, ich meine Peter Greif.
Zur Person: Peter Greif, 56 Jahre 66 Jahre alt – genau so alt wie Nachos -, erfolgreicher Marathon-Läufer (Bestzeit unter 2:25 h), Lauftrainer, Buch-Autor, Geschäftsmann usw. Halt das übliche, wenn man das Laufen ernst nimmt. Und Greif nimmt es ernst!. Was ich nicht verstehen kann, ist, wie man in einem Sport wie Lang-Laufen – also alles, wo man eigentlich lang genug unterwegs ist, um den Kopf mal abschalten zu lassen – so verbissen-ehrgeizig sein kann, dass es auf Beleidigung, Demütigung, Siegen und Besiegen, Häme und Verbitterung – wenn es dann doch nur zur 2:32 h gereicht hat – wortwörtlich hinausläuft.
Eigentlich ist es traurig, aber ich finde es auch einfach unfassbar: Was dort als “leistungsorientierte[s] Laufen” beschrieben wird, ist die Übertragung der Ellenbogengesellschaft auf den Asphalt. Da ist kein Treffen, kein Schwatzen, kein Bummeln – da wird “der Sieger in dir geweckt”. Wie Anton Czechow es ausdrückt: “Ein unnötiger Sieg”.
Kein Wunder, dass die Seiten, die ich als Besucher von http://www.greif.de/greifclub.html kostenfrei besuchen darf, genau diese sind:
Ich will damit niemanden kritisieren, der sich an sein Limit begibt, der Grenzen auslotet – in Schnelligkeit, Distanz oder Durchhaltevermögen. Das finde ich prima, wer das schafft – schließlich versuche ich das gleiche. Was mich anstinkt, ist diese Gegnerschaft. Konkurrenz wohin man blickt – scheele Blicke nach links und rechts und natürlich am liebsten nach hinten.
Also Greif-Jünger: Holt euch die Pokale – ich hol´mir das Finisher-Bier.