ABBBBAA – In den Teichwiesen

9. November 2009 von 99woerter

Die Panne ist ja schon berichtet – jetzt kann ich also zum angenehmen Teil des Samstags kommen. Doch, halt! Das impliziert ja, dass das mit dem Autoschlüssel unangenehm war. Dieser Eindruck ist aber nicht ganz richtig, denn obwohl ich mir Sorgen gemacht habe, wie wir das alles hinkriegen, welche Mittel wir aufwenden müssen, um das Auto wieder flott zu kriegen und wie viele Male ich wohl zwischen Hamburg und Berlin hin und her fahren (wenn nicht gar laufen!) müsste, bis der Schlüssel wieder befreit wäre, hatte ich trotzdem das Gefühl: Das wird ja ne super Geschichte! Eine jener Geschichten, die man sich lachend erzählt und dabei immer wieder sagt: Weißt du noch…? Und gerade im Nachhinein (ok, so rum ist es einfach :-) ) denke ich: Das ist mein Leben, so soll es sein!

Jetzt aber wirklich zum Lauf, sonst komme ich ja nie zum Bericht! Getroffen haben wir uns mit ca. 16 Läufern, was mich schon mal überrascht hat, denn aus Erfahrungsberichten wusste ich, dass in den Teichwiesen normalerweise 3-6 Läufer am Start sind. Manchmal muss das Rennen sogar ausfallen, weil sich nur 2 Läufer anfinden.

So waren wir also ein recht große Truppe, aber obwohl mir alle ihren Namen genannt haben – ich habe mich schließlich auch brav vorgestellt -, blieben mir nur Claudia (aus Kaltenkirchen), Christine und Marco (die Geburtstagskinder), Uli (ein lustiger Arminia-Fan, der mich sehr an Daniel Wicke erinnert hat) und natürlich Christian Hottas in Erinnerung. Aber ich bin mir sicher, dass ich die anderen bei diversen Laufveranstaltungen noch mal wiedersehen werde und dort mein Namensgedächtnis auffrischen kann.

Zum Start spazierten wir dann erst mal ganz gemütlich, denn da die eigentliche Runde ca. 2,5 km lang ist, müssen noch ein paar Zusatzmeter zurückgelegt werden, bevor die eigentliche Runde beginnt. Dann noch das obligatorische Vorher-Foto (echt nicht leicht, alle Läufer auf ein Bild zu bekommen) und dann fiel auch schon durch Christian der offizielle Startschuss. Das war aber auch das einzige „offizielle“ bei diesem Lauf, denn sowohl das Runden-Zählen als auch das Stoppen der Zeit wurde durch die Läufer jeweils selbst durchgeführt. Ein System des Vertrauens, dass sich anscheinend gut bewährt hat, denn die Leute, die da mitlaufen, haben nicht das Ziel abzukürzen oder sich besser darzustellen als sie eigentlich sind – sie wollen nur mit Freunden einen Marathon laufen.

Das Gelände ist relativ übersichtlich und die Runde weitestgehend flach, bloß am äußersten Ende (vom Ziel ausgesehen), wird es ein bisschen wellig. Nach 16 Runden kam mir das „bisschen“ wie Berge vor, sodass ich für mich die Gegend die „Teichwiesen-Schweiz“ nannte, aber man kann wirklich kaum von Anstiegen reden. Immer wieder erhascht man auf der Runde einen Blick auf den Teich, auf bunte Wälder, grüne, satte Wiesen und auch andere Läufer, Walker und Spaziergänger, die einem entgegen kommen. Auch das macht den Lauf so familiär – ich habe mich fast so gefühlt, als würde ich jede Woche meine Runden an den Teichwiesen drehen und die Leute schon ewig gegrüßt haben.

So plätscherte also der Lauf dahin, die Gedanken schweiften dazu, dass ein Marathon eigentlich nichts anderes ist, als ein langer Trainingslauf, alle 3 Runden deckte ich mich mit Brot und Käse ein (Zielverpflegung, sehr lecker!!!) und so kam es, dass die 4 Stunden relativ schnell um waren. Auf Grund der „Auto-Stopp“-Funktion vom Garmin kann ich leider nicht genau sagen, wie viel Zeit ich gebraucht habe (er hielt immer an, wenn ich anhielt, z.B. zum Essen und Trinken holen), aber ich habe mir einfach am Ende pauschal 5 Minuten für Pausen draufgerechnet – das müsste ungefähr hinkommen.

Nach dem Lauf haben wir noch kurz mit den anderen geschwatzt, natürlich versprochen wiederzukommen und uns dann auf den Weg nach Kleinmachnow gemacht, wo wir bei meinem Papa verabredet waren.

ABBBBAB – Sakrileg

8. November 2009 von 99woerter

Eigentlich – und eigentlich müsste ich die Hälfte meiner Blog-Einträge so anfangen, warum wird hoffentlich weiter unten deutlich – wollte ich keine Bilder direkt in meinem Blog (im Fließtext) unterbringen. Ein Link, ja das war noch vereinbar mit dem Vorsatz „99woerter“, aber ein Bild? Mitten im Text? Wo ich doch so stolz darauf bin, wirklich nur Worte zu nehmen, um zu fesseln, zu begeistern, zu langweilen, zu heroisieren, zu dramatisieren, zu stilisieren, zu phantasieren, zu blamieren, zu jubilieren und wozu nicht sonst noch alles. Ja, ja: Worte und Aufzählungen. Aber diese beiden Stilmittel reichen zum einen nicht immer aus – ich erspare mir den Spruch nicht: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – und außerdem denke ich, dass es für meine Leser einfacher und abwechslungsreicher wird, wenn ab und zu mal ein Bild im Text auftaucht.

Dazu passt ganz gut, dass ich

  • a) gern und häufig mit meinen Prinzipien breche (siehe „Eigentlich“ am Anfang dieses Textes) und
  • b) mir endlich eine Kamera gekauft habe, weil es sooooo viele schöne Eindrücke bei den Läufen gibt, die ich einfach nicht mit Worten widergeben kann.

Die Kamera ist zwar mittlerweile bei der Autoschlüssel-Verwirrung am Samstag in Hamburg in Hankas Auto geblieben (jedenfalls hoffe ich das: bei mir ist sie jedenfalls nicht), aber sie wird mir hoffentlich bei kommenden Läufen gute Dienste leisten und dazu führen, dass ich euch das Tolle am Laufen noch besser näher bringen kann.

Jetzt bin ich vor lauter Erklärungen weder dazu gekommen den Teichwiesen-Marathon in voller Schönheit vor euch auszubreiten (mit oder ohne Bilder), noch vom Teltower Halbmarathon (heutiger Sonntag) zu berichten. Und da ich schlechterdings „vor-schreiben“ kann (und ich zufälligerweise mal wieder gestroggt bin), müssen Laufberichte und Leser bis morgen warten – falls nicht schon wieder eine Erklärung dazwischenkommt.

ABBBBBA – Teichwiesen-Rookie

8. November 2009 von 99woerter

Die Teichwiesen in Hamburg sind ein schönes, ruhiges Gebiet: Viel Grün, wenig Autos, Einfamilienhäuser und dazwischen ein paar verrückte Läufer.

Verrückt deshalb, weil sie sich unter der Ägide von Christian Hottas ungefähr 2-3 mal die Woche treffen, um einen Marathon zu laufen. Na gut, es läuft nicht jeder immer mit, aber Christian ist eigentlich immer da, sodass er Anfang Oktober schon 111 Marathons in diesem Jahr gesammelt hatte (99woerter berichtete). So ist Christian auch einer der wenigen Menschen weltweit (!), die mehr als 1.000 Marathons/Ultras gelaufen sind.

So nahm ich den entfallenen KiLL 50 zum Anlass mit Hanka gen Hamburg aufzubrechen und bei Christian als „Teichwiesen-Rookie“ anzutreten. Bevor ich jedoch zum Lauf und der wunderbaren Strecke komme, muss ich noch eine kleine Anekdote einschieben.

Es begab sich, dass wir trotz des frühen Aufstehens (kurz vor 5 Uhr – unmenschlich!) eine schöne Fahrt nach Hamburg hatten. Die Autobahn war frei, das Radio gut bestückt (Gerhard Schöne und Farin Urlaub) und die Augen halbwegs offen. Alles lief also paletti und sogar in Hamburg fanden wir uns ohne Probleme zurecht, sodass wir schon gegen 8:30 Uhr an den Teichwiesen waren (9 Uhr sollte es losgehen). Wie üblich zog ich mich am Auto um und auch Hanka traf letzte Vorbereitungen für den Lauf, als ich – es war ja alles erledigt! – die Kofferraumklappe zumachte. In diesem Moment gab es ein kurzes, aber schreckliches, „Klick-Klick“ und die Blinklichter leuchteten auf.

Diese Signale sind beim Golf eindeutige Zeichen dafür, dass er gerade verriegelt wurde. Da aber weder Hanka – die unschuldig ihren Rucksack packte -, noch ich den Schlüssel in der Hand hatten, war mir im selben Moment klar, dass hier etwas nicht gutgegangen war. Beziehungsweise, dass die Kacke am Dampfen war.

Ich hatte, aus Bequemlichkeit, den Autoschlüssel über dem Rücklicht des Golfs abgelegt. Dort bildet sich, wenn der Kofferraum offen ist, eine kleine Ablagefläche, die man gut für solche kleinen Sachen wie den Autoschlüssel nutzen kann:

Während des Umkleidens war mir der Autoschlüssel komplett entfallen und so schloss ich die Klappe des Kofferraums, die sich unpassenderweise genau auf den Autoschlüssel senkte. Dieser hat auf der Oberseite eine praktische „Fern“bedienung, mit der das Auto ent- und verriegelt werden kann. Die Klappe, wahrscheinlich heißt sie „Murphy“, traf genau den falschen Knopf und so löste der Schlüssel das Verriegeln aus und lag gleichzeitig eingeklemmt in der Ritze zwischen Kofferraumklappe und Rücklicht.

Wir hatten zwar noch eine Tür offen (hinten rechts), aber es gab keine Möglichkeit

  • die Verriegelung von innen zu lösen (dies geht nur, wenn der Strom an ist)
  • den Kofferraum von innen zu öffen (zu ist zu!)
  • von innen an den Schlüssel zu kommen (der Innen-Rahmen des Autos war einfach davor)
  • den Schlüssel durch den Schlitz wieder rauszuziehen
  • die Öffnen-Taste der Fernbedienung am Schlüssel zu betätigen

Dies alles ging zwar nicht, Hanka und ich versuchten aber natürlich trotzdem alle Möglichkeiten, während wir vorsichtshalber schon mal den VW-Service anriefen und um Hilfe baten.

Der Reparateur, der schließlich mit großem Abschleppwagen ankam, staunte nicht schlecht, als wir ihm vom Missgeschick erzählten und zog erst mal die Stirn in Falten – an so etwas hat man bei VW (verständlicherweise!!!) nicht gedacht. Er probierte es letztendlich mit den gleichen Tricks wie wir, war aber, zum Glück, etwas erfolgreicher in der Ausführung, sodass es ihm und Hanka mit gemeinsamer Kraftanstrengung gelang, erst den Schlüssel ein paar Millimeter Richtung Freiheit zu verschieben und anschließend den „Bitte öffnen“-Knopf zu betätigen.

Hanka hatte mich schon mal auf die Runde geschickt – am Tatort konnte ich sowieso nicht helfen – und so lief ich noch im Ungewissen, ob ich ein Vermögen für das Aufbrechen der Kofferraumklappe (und anschließende Reparatur) bezahlen müsste oder uns ein 10-Stunden-Trip mit der Deutschen Bahn bevorstünde: indem einer von uns den Ersatzschlüssel aus Hankas Wohnung in Berlin holte, der das Auto im Nu öffnen würde. Beide Vorstellungen bereiteten mir ein gewisses Unbehagen – obwohl ich nicht an der Ausführbarkeit zweifelte – und so fiel mir ein Riesenstein vom Herzen, als Hanka meinte, es wäre alles wieder okay und der Schlüssel funktioniere trotz der temporären Gefangenschaft noch einwandfrei.

ABBBBBB – Ein Digitus mehr

8. November 2009 von 99woerter

Langsam wird es voll, in der Titelzeile – ich hoffe, ich behalte noch die Übersicht über meine Lauftage. Dass es noch mit dem Streaken klappt liegt aber zur Zeit oft daran, dass man nur 1,6 Kilometer laufen muss, um seinen Streak aufrecht zu erhalten. Ich komme zwar aktuell im Tagesdurchschnitt auf wesentlich mehr, aber oft genug gibt es Tage, wo ich eine halbe Stunde vor Mitternacht noch schnell die Laufschuhe schnüre und mich auf die Socken zum Bürgerpark und zurück (2 km) mache. Solche Läufe sind zwar eher unschön, weil sie sich zu sehr nach Pflichterfüllung anfühlen, aber so kann man auch stressige Tage überbrücken. Manchmal hänge ich dann auch noch eine Runde im Park dran – einfach, damit es nicht einfach nur ein Gehetze und Bitte-Schnell-Zurück-Sein ist.

Diese Anhängsel wiederum sind dann oft sehr schöne Läufe, weil es mir bei diesen gelingt, den Alltag mal draußen zu lassen, die Luft und den Lauf zu genießen und förmlich abzuschalten. Das einzige, worauf ich achten muss, ist, nicht gegen einen Baum oder anderen Jogger zu laufen – ansonsten kann ich die Gedanken auf Wanderschaft schicken. Bei solchen Wanderungen – geistig wie körperlich – kommen oft komische, absurde, verrückte, lächerliche, herrliche, dumme, tolle, charmante Ideen raus, von denen ich nur einen Bruchteil umsetze. Aber schon, dass sich eine solche Idee in meinen Kopf gepflanzt hat, ja, quasi die Vorstellung allein reicht aus, um mir ein Lächeln zu bescheren, den Tritt etwas leichter zu machen und auch mal die Schulter hängen zu lassen, kurz: mich zu entspannen. Und so freue ich mich auf die nächsten Blödeleien, die mir beim Laufen einfallen – und vielleicht werden ja, wie im Märchen, ein paar davon wahr.

AAAAAA – Gute Seiten, schlechte Seiten

8. November 2009 von 99woerter

So ein Blog hat schon was für sich: Ich kann mich quasi widerspruchsfrei als Gut-Mensch hinstellen – Kommentare können abgeschaltet werden :-) . Aber ich ahne schon: Es würde mir niemand glauben. Und so kann ich eigentlich auch von mir aus – und aus eigenem Antrieb! – von meinen schlechten Seiten erzählen. Oder halt von Ausrutschern, wie am Tag AAAAAA.

Eigentlich war alles „größtenteils harmlos“, der Fauxpas bestand darin, dass ich zu viel getrunken hatte. Nun, auch während eines Marathons schütte ich so einiges in mich hinein (und manchmal noch viel mehr daneben, sodass mein Laufshirt aussieht wie ein klatschianischer Salatteller), aber das hat dann nicht so viele Umdrehungen. Kurz gesagt, hatte ich an dem Abend ein Bierchen zu viel (na ja, und einen Cuba Libre, einen White Russian und noch einen Cuba Libre – der Rest war noch okay) und habe mich ziemlich lächerlich aufgeführt. Ich stand zum Beispiel plötzlich mit ohne T-Shirt auf einer Baustelle mitten in Berlin und wollte zitternderweise (es herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt) erklären, warum ich ohne T-Shirt auf einer Baustelle mitten in Berlin stehe.

Größtenteils harmlos verlief es jedoch, weil ich (hoffentlich) keinen meiner Kollegen (die mit da waren) beleidigt, angegriffen, verprellt, unangenehm berührt, unangemessen berührt, verleumdet, besudelt oder in andere Nöte gebracht habe. Und bis auf die Anreicherung von C2H5OH in meinem Kreislauf – oder vielleicht auch deswegen – war es ein ganz lustiger Abend.

Und die Moral von der Geschicht? Vergiss das Aufhören beim Trinken nicht!

AAAAAB – Das Wetter und ich

4. November 2009 von 99woerter

Etwas war mir noch aufgefallen, dass mir anscheinend das Laufen gebracht hat: Ich war früher sehr introvertiert, wenn ich alleine in neue, unbekannte Gruppen gekommen bin. Ich hatte immer das Gefühl, die anderen aus der Gruppe kennen sich schon so gut, ich passe irgendwie nicht rein – es war halt komisch. Gestern beim Laufen fiel mir jedoch auf, dass ich am Wochenende beim Berg-Marathon in genau der gleichen Situation war: Ich kannte noch niemanden von den anderen Läufern. Dennoch fühlte ich mich zu keiner Zeit unwohl, war vielmehr neugierig und gespannt auf die anderen. Es war geradezu erholsam, in der lustigen Runde zu sitzen und sich die Geschichten anzuhören.

Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob es einfach daran liegt, dass Läufer ein so nettes Völkchen sind, dass man sich da einfach wohlfühlen muss oder ob ich mich in meiner Persönlichkeit wirklich ein Stückchen weiterentwickelt habe. Wie immer, wird es etwas von beiden sein – und das ist auch gut so.

Ein abschließendes Wort noch zum Wetter, um diesen Blog nicht zu persönlichkeitslastig zu werden: In Berlin novembert es: Pfützen schmeißen sich auf die Wege, Schneeregen fällt vom Himmel, ziemlich viel grau und früh dunkel. Aber wenn man nichts gegen Wasser in den Schuhen hat (weil man die Pfützen in der Dunkelheit einfach nicht sieht) und auch nix gegen rote Bäckchen (vor Kälte), dann ist man in Berlin zur Zeit gut aufgehoben.

AAAABA – Hausaufgaben gemacht

3. November 2009 von 99woerter

Nach einigen Verweisen auf meine löcherige Bilanz auf der Seite „Was läuft 2009?“ habe ich es endlich geschafft, auch die neuesten Läufe einzutragen. Ob das aber dann tatsächlich alle für dieses Jahr sind, steht noch in den Sternen, denn oft findet sich dann doch noch so ein nettes Läufchen, an dem ich gern teilnehmen würde.

Aber nicht nur die Läufe 2009 habe ich aktualisiert, sondern sogar schon mit der 2010-Vorausschau angefangen. Noch sind es leider nur 4 Stück, die dastehen, aber da mein Google-Kalender gerade nicht so richtig will, weiß ich leider nicht genau, wann die anderen Termin sind. Geplant sind auf jeden Fall schon der Spreewald-Marathon, Oberelbe, Bielefeld und wahrscheinlich noch ein halbes Dutzend mehr – aber da müsst ihr am besten meine Gute Seele fragen.

Dass das nächste Jahr voll wird mit Läufen ist aber so oder so schon abzusehen, denn neben die schönen und altbewährten Läufe (wie z.B. dem LG-Madlen-Lauf oder dem Berlin-Marathon) treten immer wieder neue, besondere Läufe, die ich natürlich im Folgejahr auch gerne wieder mitmache. Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, dass ich mich irgendwann entscheiden muss – schon jetzt liegen manche Termine zu nahe beeinander. Unter anderem sind aber auch schon ein paar Premieren für das nächste Jahr geplant: Der erste Marathon in Dänemark (Kopenhagen, mit Hanka, Silke und Micha) und die ersten Etappenläufe, das heißt Läufe, die sich über mehrere Tage erstrecken und bei denen pro Tag eine ganz ordentliche Laufstrecke absolviert wird. Wenn alles gut geht (und ich mitdarf) will ich im Juli dann am „Badewannenlauf“ (Baltic Run) teilnehmen – dafür heißt es aber noch: Üben, Üben, Üben!

Und noch eine Hausaufgabe, die ich geschafft habe: Ich bin endlich wieder beim Stroggen (Streaken und Bloggen) gleichauf, nämlich bei 61 Tagen.

AAAABB – Der Winter hat begonnen

3. November 2009 von 99woerter

… jedenfalls für die Streakrunner, denn unser Admin hat eine „Winterlaufserie“ ins Leben gerufen. Das ganze ist eher ein Motivationsspiel, praktisch ein Kilometersammler für zwischendurch, hat aber den netten Nebeneffekt, dass ich mich auch mal abends wieder zu längeren Läufen aufrappele. Funktionieren tut das ganze so: Man läuft ganz normal seine Läufe und kann diejenigen, die 1 Stunde oder länger andauern für die Winterlaufserie „anrechnen“. Das Besondere dabei ist jedoch, dass man nur volle Stunden berechnen kann, d.h. wenn man einen Halbmarathon in 1:59 h läuft, kann man sich nur ca. 10 Kilometer gutschreiben.

Und obwohl es nur ein fiktives Rennen ist – quasi gegen den inneren Schweinehund – hat es mich heute dazu bewegt, statt meiner üblichen „Ich-halte-mal-meinen-Streak-am-Leben“-Runde (1 km bis zum Bürgerpark, anschlagen und zurück) die Schleife zum Alex zu machen (6 km bis zum Fernsehturm, anschlagen und zurück). Ich bin gespann, wieviele Läufe über 1 Stunde es noch werden.

Aber nicht nur Laufserien bringt der Winter hervor (u.a. starten die Bernauer Lauffreunde

wieder die ihrige), sondern anscheinend auch jede Menge Masochisten. Ich bin mir nicht sicher, ob es mir jetzt einfach mehr auffällt, aber seit einigen Tagen sehe ich immer mehr Leute mit einer Zigarette in der Hand. Und bei den Temperaturen in den letzten Tagen (am Wochenende hatten wir knapp über 0 Grad) sahen nicht alle so aus, als ob es die reinste Freude ist, sich die Finger abzufrieren. Aber na ja: Irgendeine Sucht braucht anscheinend jeder.

AAABAA – Ihr nehmt doch alle Drogen…!

2. November 2009 von 99woerter

Oft, wenn ich so vom Laufen erzähle, kommen besorgte Blicke und Nachfragen, ob das ganze nicht in eine Sucht ausartet. Ich kann das dann immer nicht so richtig verstehen; ich meine: bloß weil ich mir täglich einen Schuss, ähh…. Lauf setze, bin ich doch nicht abhängig, oder?

Aber im Ernst: Die Frage an sich ist ja schon fast paradox, denn jeder abhängige sagt ja von und über sich: „Ich kann jederzeit damit aufhören.“, „Ich mache das nur, weil es mir Spaß macht.“ und „Ich habe das vollkommen unter Kontrolle.“ Und so weiter. So blöde das klingt, aber ich kann jederzeit mit dem Laufen aufhöre, mache es nur, weil es mir Spaß macht und habe es vollkommen unter Kontrolle. Okay – ich bin süchtig :-)

Ich glaube, letztendlich ist ausschlaggebend, was einem auf lange Sicht gut tut. Und da dies sowieso niemand konkret sagen kann, sollte man das tun, von dem man denkt, dass es einem auf lange Sicht gut tut. Kurz gesagt: Ich denke, das Laufen bringt mir Freude, erweitert meinen Horizont, lässt mich abschalten und bringt mich auf neue, frische Ideen, lässt mich auch mal vom Computer und Internet weg (meiner zweiten Sucht), stärkt Muskulatur und Lunge, führt mich in der Welt herum, lässt mich nette Leute treffen und setzt mir immer wieder Grenzen, die ich überwinden kann. Und ich bin überzeugt davon, dass mir das auf lange Sicht gut tut.

Ein letztes zum Thema Sucht (jedenfalls für heute – schließlich wiederhole ich mich ja öfters und ich kann mir vorstellen, dass ich noch mal auf das Thema zurückkomme): Sigrid erzählte am Wochenende, dass sie ab und zu noch in einer Fabrik arbeitet und Besteck verpackt, um ihre Rente aufzubessern. Natürlich hauptsächlich, um auf möglichst viele Laufveranstaltungen zu kommen!

AAABAB – Resümee über ein schönes Wochenende

1. November 2009 von 99woerter

Zunächst muss ich eine Korrektur einbringen: Im letzten Beitrag hatte ich geschrieben, am Sonntag wäre quasi alles so gewesen wie am Samstag. Aber das stimmt nicht! Denn diesmal war 1 Anfeuerer da: Hanka – die Gute Seele – war aber der 15. Runde an der Strecke – sie ist extra eher aus Rostock zurück nach Berlin gefahren – und gab neben Anfeuerungen und Glückwünschen auch noch Respekts-Bekundungen ab, indem sie ebenfalls einen Teil der Strecke (den steilsten Abschnitt!!!) lief.

Eine der schönsten Tatsachen nach einem Marathon ist – auch wenn es paradox klingt – wenn ich mit ganz kleinen Babyschritten zur S-Bahn gehe. Die Schritte werden einfach nicht größer, weil die Beine noch vom Muskelkater schwer sind und nur mit Mühe dazu überredet werden können, sich in Richtung Bahn zu bewegen. Auf diese Art und Weise hat man die Gelegenheit – bzw. die Zeit -, noch mal die vergangenen Tage und Stunden Revue passieren zu lassen und kann so das Ereignis gleich noch mal genießen – quasi als Konserve.

So ging es mir auch diesmal – sogar noch schlimmer als sonst, da die Beine wie eingerostet schienen – und so konnte ich mir noch mal die Bilder vom Wochende vor Augen führen: Nette neue Bekanntschaften (Sigrid, Klaus-Peter, Rainer, Wolfgang, Jobst mit b, Felix, Lothar, Rainer und Kurt vom 100 MC), ein neues erreichtes Ziel, eine sehr schöne Bergtrainingsstrecke mitten in Berlin und natürlich einen Muskelkater, wie ich ihn schon lange nicht mehr hatte.

Wenn alles gut geht, will ich in den nächsten Monaten das Experiment (2 Marathons an einem Wochenende) noch wiederholen, um Ende Juli am Badewannenlauf (Baltic Run) teilzunehmen. Da geht es über 5 Tage vom Alexanderplatz in Berlin nach Usedom. Hierfür ist dann wiederum ein bisschen mehr notwendig, aber Herausforderungen sind da, um gelöst zu werden!